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Neuerung der DIN VDE 0100-410;2018-10

Für fast jede in der Elektrotechnik tätige Fachkraft ist die DIN VDE 0100-410 eine allgegenwärtige Vorschrift für das tagtägliche Handeln.

Bisher galt die Auflage 2007-06. Diese Ausgabe ist mit dem 01.10.2018 in der Auflage 2018-10 aktualisiert und angepasst worden. Anwendungsbeginn dieser Norm ist der 2018-10-01. Für die DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 besteht eine Übergangsfrist bis zum 2020-07-07.

Mit dieser neuen Ausgabe wurden insbesondere die Anforderungen an die Schutzmaßnahmen "Automatische Abschaltung der Stromversorgung", "Doppelte oder verstärkte Isolierung", sowie den "zusätzlichen Schutz" überarbeitet.
Gegenüber der DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007 06 wurden folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:

  • Werden IT-Systeme so geplant, dass beim ersten Isolationsfehler keine Abschaltung erfolgt, muss der erste Fehler durch eine der folgenden Einrichtungen gemeldet werden:
    • Isolationsüberwachungseinrichtung (IMD), die mit einer Einrichtung zur Isolationsfehlersuche (IFLS) kombiniert werden kann, oder
    • Differenzstrom-Überwachungseinrichtung (RCM) unter der Voraussetzung, dass der Differenzstrom ausreichend groß ist, um erfasst zu werden.
  • für Beleuchtungsstromkreise eines TN- oder TT-Systems in Wohnungen wird ein zusätzlicher Schutz mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA gefordert. Bisher galt diese Forderung nur für Feuchträume, nun für alle Wohnräume.
  • die Anforderungen für fest angeschlossene ortsveränderliche Betriebsmittel zur Verwendung im Außenbereich mit Bemessungsstrom nicht größer als 32 A wurden eindeutiger beschrieben. Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA muss vorgesehen werden! Bisher galt für den Festanschluss keine RCD-Pflicht.
  • Steckdosen in Endstromkreisen für Wechselstrom (AC) mit einem Bemessungsstrom nicht größer als 32 A (bisher 20A), die für die Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind müssen mit einem maximal 30mA großen RCD abgesichert werden.

Ausnahme: Steckdosen mit einem Bemessungsstrom nicht größer als 32 A können hiervon ausgenommen werden, wenn im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Maßnahmen festgelegt werden, die eine allgemeine Verwendung dieser Steckdosen dauerhaft ausschließen.

  • die Abschaltzeit im TN-System mit U0≤230V von 0,4s gelten nun auch für Endstromkreise mit Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis einschließlich 63 A; bisher bis 32A
  • für Maximale Abschaltzeiten“ wurde für Gleichspannung 120 V < U0 ≤ 230 V der Wert von 5 s auf 1 s reduziert
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